Die Geschichte der Plaster of Paris Objekte !

Die Bezeichnung dieser Objekte variierte von Kameen, Gemmen, Cameos und Intaglios bis hin zu Plaster of Paris.

Die Kunst der gravierten Kameen und Gemmen begann in der klassischen Antike und schon Plinius beschrieb wie hoch talentiert die Handwerker und Künstler waren. Diese Kameen und Gemmen waren anfänglich Siegel und Stempel, hergestellt aus wertvollen und halbwertvollen Steinen, nach innen oder nach aussen graviert.

Gedrückt in Wachs wurde sie dann benutzt alle möglichen Dokumente zu verifizieren oder sogar Türen zu versiegeln. Die Originale waren so dekorativ, dass man auch begann die Gemmen zu Schmuckstücken bzw. Ringen zu verarbeiten.

(Collection James Tassie 1735 - 1799)


Gesammelt wurden die Abdrücke von Siegel und Kameen bereits seit dem 17. Jhdt. während gerade im 18. Jhdt. und 19. Jhdt. aufgrund der Reiseleidenschaft einer gutsituierten Bevölkerungsminderheit der Höhepunkt der Sammel- und Handelsleidenschaft erreicht wurde. Dies wird in England auch die "European Grand Tour" genannt. Aufgrund dessen wurden auch viele Anstrengungen unternommen, die Herstellung und Techniken der Fertigung wiederzubeleben. Zentrum dieser "Wiederbelebung" war vor allem Rom, wo viele englische und deutsche Künstler studierten.

Mitte des 18. Jhdts. erfand der Deutsche Philip Lippert, ansässig in Dresden, eine neue Art von Ausformgips und bot 1756 eine Sammlung von über 2000 Objekten zum Kauf an. Zur gleichen Zeit begann James Tassie, ein schottischer Wachsportraitist der vormals bei Wedgewood arbeitete, mit der Erschließung dieses interessanten neuen Absatzmarktes auch auf internationaler Basis. In seinem 1775 und 1791 publizierten Gesamtwerk mit über 15800 Objekten waren auch viele von zeitgenössischen Künstlern wie der Sirlettis und der Pichlers, bei Familienunternehmen.



Der große englische Graveur Nathaniel Marchant spezialisierte sich auf die Reproduktion von antiken Statuen als Abbildung auf Kameen und Gemmen für wohlhabende Reisende durch Europa während seines Romaufenthaltes. Als er nach England zurückkam verkaufte er seine Objekte zusammen mit James Tassie in einer Partnerschaft. Diese Sammlungen wurden damals in Buchattrappen gesammelt, welche aufgeklappt den Sammelinhalt zeigten, und diese Idee war so erfolgreich, dass im 19. Jhdt. Rom- und Londonreisende komplette Set der von ihnen am meisten bevorzugten Künstler wie Canova und Thorwaldsen kaufen konnten.

Wir nehmen Bezug auf diese schöne Tradition und freuen uns diese Tradition wieder zu beleben und mit diesen seltenen Objekten einen Streifzug durch 2000 Jahre Geschichte zu ermöglichen.

Nur wenige vollständige Sammlungen sind uns erhalten geblieben, wovon die Sammlung von James Tassie in der Herimitage, Petersburg und im Viktoria & Albert Museum in London den größten Formenreichtum überliefern.

Kameen in Gessogips (auch Intaglios genannt) waren ein großer Bestandteil jeder großen Sammlung von Kirche und Staat. Zum einen waren es wichtige Studienobjekte und zum anderen wurde durch die weitere Verbreitung oftmals eine bessere Bestimmung der Originale möglich. Durch Ihre Existenz wurde später auch dem "einfachen und interessierten" Liebhaber eine Möglichkeit zuteil, sich mit der Kunst und der Sammelleidenschaft zu konfrontieren.

 

Die Gewinnung neuer Modelle war bei weitem nicht einfach und bestand nicht nur aus dem einfachen Abnehmen eines Wachsabdruckes. Vielmehr bedurfte es großer Diplomatie der berühmten Hersteller, welche natürlich selber von der Sammelleidenschaft gepackt waren, die herrschende Schicht wie Fürsten, Könige oder die Kirche davon zu überzeugen die Stücke einer weiteren Verbreitung zuzuführen. So z.B. argumentierte der damalige Direktor der Uffizien in Florenz Bartolomeo Paoletti gegenüber dem Großherzog der Toskana, Ferdinand III, dass nicht unbedingt ein Wertverlust entstehen muss, wenn die Öffentlichkeit an diesen Schätzen teilhaben kann, sondern die Verbreitung auch zu größerem Ruhm und Ehre des Inhabers beiträgt.
Seine Argumentation überzeugte, auch wenn er nur unter strengsten Vorsichtmaßnahmen mit seinen Arbeiten beginnen durfte. Nur wenige Stücke pro Tag und mit der Verpflichtung, nicht ganz gelungene Abdrücke sofort zu vernichten um die Qualität hoch zu halten.

Eine kleine Idee einer traditionellen Rezeptur:

65 % feinster Alabastergips ( besser als normaler Gips im Verhalten und rein weiß, ohne natürliche Verunreinigungen, und vor allem seit dem 19. Jhdt. für hochwertigere Arbeiten verwendet wird)
5 % feines Marmormehl (dadurch geschlossenere Oberfläche ohne grobe Körnung, wichtig für die Aufnahme von Verunreinigungen aus der Luft)
10 % Scagliola (Modelliergips zur schnelleren und festeren Aushärtung)
5 % weißes Pigment (zur Sicherheit der einheitlichen Farbgebung)
10 % Wasseranteil mit 5 % geteigtem Hasenleim.

 

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