Der Tag und die Nacht / Day and Night

von Berthel Thorwaldsen 1770 - 1844
(in 14, 31 u. 51 cm Durchmesser)



Diese wunderschöne Ausformung entwarf Berthel Thorwaldsen während seines Romaufenthaltes, als er sich vor allem zu Beginn mit den Entwürfen und Abgüssen von Allegorien beschäftigte, welche auch schon in der Antike eine große Verbreitung fanden.

Ihn, wie auch uns heute noch, begeisterten die Darstellungen nicht nur wegen des darstellerischen Gehaltes, sondern vor allem wegen der Möglichkeit, gerade in der doch "prüden" Zeit des Anf. 19. Jhdts., sinnbildlich Botschaften zu übermitteln. Fein reduzierte er ganz im klassischen Sinne die Attribute, vermied Überfüllung und stellte das Wesentliche in den Vordergrund.

Die dargestellte Weiblichkeit der Nacht, mit ihrem nur leicht gebundenen Kleid, stellt sowohl Mutter als auch ein engelsgleiches Wesen dar, sehr im Trend der damaligen biedermeierlichen und verherrlichenden Zeit.

Die beiden schlafenden Kinder sind absichtlich geschlechtslos dargestellt, denn vor allem soll dem Betrachter auffallen dass ein behütender und wohliger Schlummer sie eingeholt hat. Die Besinnlichkeit des Gesichtsausdruckes der beschützenden Weiblichkeit gibt der Szene etwas schon fast Intimes.
Doch ganz ohne Symbole wollte Thorwaldsen doch nicht auskommen, denn eine Eule fliegt zu Füßen der Szene.

Hiermit wollte Thorwaldsen sicher auf das Sinnbild der Intelligenz, der Schläue und der geistigen Beweglichkeit anspielen. Nachts, wenn alles schläft erwacht die Eule und stellt die Weichen für den Tag danach, und nur weil wir diesen Zyklus nicht unser Eigen nennen wurde vor allem in der christlichen Geschichte dieses Tier mit einem undeutsamen und mystischen Ausdruck belegt, und das so wirksam dass sich heute noch Menschen beim Ruf der Eule einer Gänsehaut nicht erwehren können.

Im Gegensatz zur Nacht verzichtet Thorwaldsen bei der Darstellung des Tages nun auf die Darstellung von zwei Kindern, als wolle er sagen, beide sind nicht zu hüten. Diesmal aber ist ein Junge dargestellt, eine Fackel haltend als wolle er in seinem kindlichen Übermut der Mutter den Weg zeigen, doch der kontrollierende Blick der Weiblichkeit verrät uns, dass neben ihren anderen Tätigkeiten ( hier das Streuen von frischen Blüten) ihre Hauptsorge dem "Sproß" gehört, die anerkennende Liebe in ihrem Gesicht verrät die tiefe Verbundenheit und gleichzeitige Freude.

Die Symbolik der Blüten taucht bei Thorwaldsen des öfteren auf, da auch er an die ständige Vergänglichkeit und die wiederkehrende Erneuerung glaubte und mit diesem Hinweis zu sagen scheint: "Genieße den Augenblick".

"Die 3 Grazien"


Handausformung als Relief nach einem vollplastischen Modell von Bertel Thorwaldsen Rom 1817.

Dieses hinreißende Flachrelief beruht auf der Grundlage der am Anfang des 19. Jhdt. von Bertel Thorwaldsen geschaffenen Figurengruppe "3 Grazien mit einem Amor". (s. Unten)

Ursprünglich hatte Thorwaldsen in seinen vollplastischen Schöpfung den Amor zwischen die Beine der 3 Grazien und damit etwas in den Hintergrund gesetzt, was bei dieser Ausführung zugunsten der besseren Bildkomposition vernachlässigt wurde.

(Thorwaldsenmuseum, Kopenhagen/Dänemark)

Um die Details des Flachreliefs zu erhöhen, gruppierte er in der vorliegenden Fassung die 3 Grazien neu, damit die Dynamik eher durch die zentrale Figur ausgelöst wurde.

Der Amor wurde auf die rechte Seite gesetzt um eine Verlängerung zum angewinkelten Arm der rechten Grazien zu setzen.

Aufwendig ist vor allem die Umsetzung der Körperlichkeit durch den aus dem Relief ragenden Fuss der mittleren Grazie, welcher uns vielleicht zeigen soll, dass Thorwaldsen trotz Reliefausformung nicht auf einen gewissen Einfluss aus seiner Freiplastik verzichten wollte.

Most finest mouldings after an ancient recipe with scagliola, plaster-of-paris and alabaster.

Available finish in classical white and black painted.

(Diameter app. 14 cm und 32 cm and 51 cm)

This wonderful cast was designed by Thorwaldsen during his stay in Rome in 1806. At the beginning he started to work out relief's with all kind of allegories referring to the Greek past.

 

"Die 3 Grazien"


Most finest mouldings after an ancient recipe with scagliola, plaster-of-paris and alabaster.

Available finish in classical white and black painted.

 

(Thorwaldsenmuseum, Kopenhagen/Dänemark)

 


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