Wer war Hermes bzw. Merkur?

Hermes/(lat.)Merkur ist unter allen Göttern des Olymps wohl der vielseitigste, gewandteste und mit seinen guten und weniger guten Eigenschaften, Talenten und Listen so etwas wie ein"Tausendsassa" des Olymp.

Erstaunlicherweise beginnt die Kette seiner mehr oder weniger bedenklichen Taten bereits wenige Stunden nach seiner Geburt - so sagt es die Legende. Als seine Mutter Maia einmal nicht auf den Zeus-Sproß achtete, schlich sich der Kleine aus seiner Wiege und stahl seinem Bruder Apollon eine 50köpfige Rinderherde, wobei er sehr listenreich vorging, indem er die Tiere rückwärts in eine Höhle trieb und sich selbst die Sandalen rückwärts an die Füße band. Aus den Därmen zweier geschlachteter Rinder und dem Panzer einer Schildkröte verfertigte er die erste Leier. Zu den Tönen dieses Musikinstrumentes sang er selbst ein Lied zum Preise seiner Geburt.

Sein Bruder Apollon jedoch ließ sich nicht täuschen, sondern verklagte den winzigen Dieb bei seiner erstaunten Mutter - doch sein Vater Zeus vergab die diebische Tat; Apollon überließ sogar dem kleinen Bruder die 50 Rinder im Tausche gegen die wunderschöne Harfe, deren Kang den Gott entzückte. So wußte Hermes mit Verschlagenheit und Schlauheit stets die Dinge zu seinem Vorteil zu wenden - und Dank dieser Charaktereigenschaften ist er wohl zum Beschützer der Herden und der Wohlhabenheit, zum Gott der Kaufleute und der Diebe geworden, die ihn allesamt verehren.

Mit Hilfe seines Zauberstabes vermochte er aber auch die Menschen in Schlaf zu versenken, wie z.B. den 100jährigen Wächter Argos, der die Göttin Io bewachte und er sendet Träume. Außerdem fungierte er als Götterbote, der den Menschen die Befehle der Himmlichen überbrachte - auf dem Haupte einen kecken Reisehut, mit geflügelten Sandalen, die ihn windschnell von Ort zu Ort trugen.

Hermes hatte ein Liebesverhältnis mit Herse, die ihm den Kephalos gebar. Zu allen seinen Fähigkeiten kommt noch sein Talent für die Musik hinzu. Er führte den Reigen der Nymphen an und musizierte zu ihrem Tanz. Auch war er Schutzgottheit der sportlichen Veranstaltungen in Ringschulen und Gymnasien.

Hermeskopf des Praxiteles um 340 v. Chr.
1877 im Heraion von Olympia gefunden. Oplypia Arch. Museum Inv. Nr. 17

Lit.: Fr.W.1212. - A.H.Norbein, Die griechische Statue des 4. Jhdts.v.Chr.,Jdl 88, 1973, 45 Amn.10, 159, 163ff Abb. 85-87. - A. Mallwitz - H.-V. Herrmann (Hrsg.), Die Funde aus Olympia (1980) 192ff Nr. 135 Tafel 135a.b. - Fuchs 360ff Abb.400.


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(Grösse: 17,5 cm, Euro 99,00)

 

 

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