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Wer
war Orest
und Elektra ?
Orest
gehörte wie seine Vorfahren Pelops und Atreus dem fluchbeladenen
Geschlecht der Tantaliden an, sein Vater war Agamemnon von Mykene,
seine Muter Klytämnestra und seine Schwestern Iphigenie,
Elektra und Chrysothemes.
König
Agamemnon war nach der Rückkehr vom trojanischen Krieg von
seiner Frau Klytämnestra und ihrem Liebhaber Äghist,
seinem eigenen Bruder, im Bade getötet worden.
Sie
planten, auch den zu diesem Zeitpunkt 12jährigen Orest zu
töten, um ihn nicht als späteren Rächer seines
Vaters fürchten zu müssen. Doch seine Schwester Elektra
rettete ihn und schickte ihn in das Land Phokes zu König
Strophios, einem Schwager Agamemnons. Strophios zieht den Jungen
zusammen mit seinem eigenen Sohn Pylades auf.
Die
Schwestern Elektra und Chrysothemes leben weiter am väterlichen
Hof, geschmäht und gekränkt und zum Gehorsam verpflichtet
gegenüber dem Mörder ihres Vaters. Iphigenie war seit
ihrer Opferung auf der Insel Aulis durch die Göttis Artemis
ins Land der Trauer entrückt.
Als
Orest erwachsen ist, kehrt er nach Mykene zurück - um nicht
Verdacht zu erregen, streut er vorher das Gerücht seines
Todes unter dem Volke aus. Nur seine Schwester Elektra gibt er
sich zu erkennen und enthüllt ihr, daß er gekommen
sei, um den Mord an seinem Vater zu rächen. Als König
Äghist triumphierend das verhüllende Tuch von der Bahre
des angeblich toten Orest wegnimmt, erblickt er statt dessen mit
Entsetzen den blutigen Leichnam der Klytämnestra - Orest
hatte seine eigene Mutter getötet und tötet nun auf
der Stelle auch den zweiten Schuldigen am Tode seines Vaters.
Nun
aber treten die Meinungsverschiedenheiten und Widersprüche
der antiken Götterwelt bestimmend in diese Handlung mit ein.
Zwar hat Orest mit dieser Blutrache an Mutter und Onkel ein Gebot
des Gottes Apollon ausgeführt, gleichwohl ist die Rache verboten
und unter schlimmste Strafe gesetzt. So wird Orest von diesem
Augenblick an von den Rachegöttinen, den Erinyen verfolgt,
die alle Verbrecher, besonders aber die Verwandtenmörder
bis zum Wahnsinn peinigen und bestrafen. Sie tauchen, furchtbare
Rache fordernd aus der Unterwelt hervor und verfolgen Orest unbarmherzig.
Der gepeinigte Orest verfällt in Wahnsinn und flieht ruhelos
von Ort zu Ort. Der getreue Pylades, der sich inzwischen mit Elektra
verlobt hat, ist sein einziger Begleiter auf dieser Flucht vor
den Rachegöttinen.
Als
die beiden Freunde nach endlosen Irrwegen endlich nach Delphi
gelangen, findet Orest hier für kurze Zeit Asyl im Tempel
des Apollon, in den die Erinyen nicht eindringen dürfen.
Der Gott Apollon spricht durch das Orakel zu Orest und verweist
ihn nach Athen, der Stadt seiner Schwester Pallas Athene, wo er
für ein gerechtes Gericht für den Muttermörder
sorgen will. In Athen beruft Athene die Ältesten der Stadt
zum Areopag, einem Hügel vor der Stadt, der dem Kriegsgott
Ares heilig war, um ihr Urteil über Orest zu fällen.
Am
Ende der Gerichtsversammlung liegen gleich viel schwarze und weiße
Lose( welche Tod oder Freispruch bedeuten können) in der
Urne, Pallas Athene selbst gibt mit einer weißen Kugel den
Ausschlag zum Freispruch von Orest, weil dieser nur ein Gebot
ihres Bruders Apollon befolgt hat.
Die
zornigen Rachegöttinen versöhnt sie mit dem Bau von
Tempeln in Athen, wo die Erinyen künftig in Ehrfurcht unter
dem Namen "Eumeniden" (Die Wohlgesinnten) verehrt werden.
Abermals
spricht das Orakel von Delphi und verheißt dem Orest völlige
Entsühnung, wenn er von der taurischen Halbinsel (Krim) eine
Statue der Göttin Artemis raube und nach Athen bringe.
In
Tauris erkennt Orest in der Pristerin des Taurerkönigs Toas
seine Schwester Iphigenie, die vom Opferaltar auf Aulis von Artemis
hierher gesetzt worden war. Sie soll die beiden Fremdlinge opfern.
Durch eine List gelingt es Iphigenie, das heilige Bildnis auf
das Schiff ihres Bruders zu bringen und mit ihm und Pylades zu
fliehen. Orest heirat nach seiner glücklichen Heimkehr und
endgültigen Erlösung die schöne Hermione, die Tochter
des Menelaos und der Helena. Pylades nimmt nun Elektra zur Frau
und regiert mit ihr das Land Phokes.
Orest
erreicht erst im hohen Alter von 90 Jahren der Tantalidenfluch:
Er stirbt am Biss einer Schlange.
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