Feinste
Handausformung nach altem Modell, in einer traditionellen Gipsrezeptur
aus Gesso, Scagliola und Alabaster. Ausführung in klassischem
Weiss und geschwärzt möglich.
Diese
wunderschöne Ausformung entwarf Berthel Thorwaldsen während
seines Romaufenthaltes, als er sich vor allem zu Beginn mit
den Entwürfen und Abgüssen von Allegorien beschäftigte,
welche auch schon in der Antike eine große Verbreitung
fanden.
Ihn,
wie auch uns heute noch, begeisterten die Darstellungen nicht
nur wegen des darstellerischen Gehaltes, sondern vor allem wegen
der Möglichkeit, gerade in der doch "prüden"
Zeit des Anf. 19. Jhdts., sinnbildlich Botschaften zu übermitteln.
Fein reduzierte er ganz im klassischen Sinne die Attribute,
vermied Überfüllung und stellte das Wesentliche in
den Vordergrund.
Die
dargestellte Weiblichkeit der Nacht, mit ihrem nur leicht gebundenen
Kleid, stellt sowohl Mutter als auch ein engelsgleiches Wesen
dar, sehr im Trend der damaligen biedermeierlichen und verherrlichenden
Zeit. Die
beiden schlafenden Kinder sind absichtlich geschlechtslos dargestellt,
denn vor allem soll dem Betrachter auffallen dass ein behütender
und wohliger Schlummer sie eingeholt hat. Die Besinnlichkeit
des Gesichtsausdruckes der beschützenden Weiblichkeit gibt
der Szene etwas schon fast Intimes. Doch ganz ohne Symbole wollte
Thorwaldsen doch nicht auskommen, denn eine Eule fliegt zu Füßen
der Szene. Hiermit
wollte Thorwaldsen sicher auf das Sinnbild der Intelligenz,
der Schläue und der geistigen Beweglichkeit anspielen.
Nachts, wenn alles schläft erwacht die Eule und stellt
die Weichen für den Tag danach, und nur weil wir diesen
Zyklus nicht unser Eigen nennen wurde vor allem in der christlichen
Geschichte dieses Tier mit einem undeutsamen und mystischen
Ausdruck belegt, und das so wirksam dass sich heute noch Menschen
beim Ruf der Eule einer Gänsehaut nicht erwehren können.
Im
Gegensatz zur Nacht verzichtet Thorwaldsen bei der Darstellung
des Tages nun auf die Darstellung von zwei Kindern, als wolle
er sagen, beide sind nicht zu hüten. Diesmal aber ist ein
Junge dargestellt, eine Fackel haltend als wolle er in seinem
kindlichen Übermut der Mutter den Weg zeigen, doch der
kontrollierende Blick der Weiblichkeit verrät uns, dass
neben ihren anderen Tätigkeiten ( hier das Streuen von
frischen Blüten) ihre Hauptsorge dem "Sproß"
gehört, die anerkennende Liebe in ihrem Gesicht verrät
die tiefe Verbundenheit und gleichzeitige Freude. Die Symbolik
der Blüten taucht bei Thorwaldsen des öfteren auf,
da auch er an die ständige Vergänglichkeit und die
wiederkehrende Erneuerung glaubte und mit diesem Hinweis zu
sagen scheint: "Genieße den Augenblick".
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(Grösse: 15/31 u. 51 cm, Euro ab 29.80)
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