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TITUS
(TITUS FLAVIUS VESPASIANUS)
79-81
n. Chr.

Titus, der
den Beinamen Vespasianus nach seinem Vater führte, war die
Liebe und das Entzücken des menschlichen Geschlechts: - so
überreich ausgestattet war er, sei es durch Natur oder durch
Kunst oder durch Glück, zur Gewinnung der allgemeinen Zuneigung,
und das vor allem, schwierig vorzustellen, erst während seiner
Regierung.
"Schon
an dem Knaben traten die glänzenden Körper- und Geistesgaben
hervor, die sich dann im Verlaufe der Zeit mit den fortschreitenden
Altersstufen immer mehr und mehr entwickelten: seine überaus
schöne äußere Erscheinung, in welcher sich Würde
und Anmut harmonisch verbunden zeigten; ein kräftiger Körper,
obschon er nicht groß und ein wenig zu dick war; ein wunderbares
Gedächtnis; Geschick zu fast allen Künsten des Krieges
wie des Friedens. In Führung der Waffen und im Reiten übertraf
ihn keiner. Sowohl in der lateinischen wie in der griechischen
Sprache war er ein fertiger Redner und Dichter, mit einer Leichtigkeit,
die sogar bis zum Improvisieren ging. Selbst in der Ausübung
der Musik war er kein Fremdling, wie er denn anmutig und geschickt
sang und die Zither schlug.
"Von
Natur überaus wohlwollend, war er der erste Kaiser, der die
vor ihm erteilten Gnaden samt und sonders durch ein einziges Edikt
bestätigte. - Bei allen an ihn gerichteten Bitten der Menschen
hielt er aufs strengste an dem Grundsatz fest. niemand ohne Hoffnung
zu entlassen. Und wenn ihn seine Vertrauten darauf aufmerksam
machten. er verspreche mehr, als er leisten könne, gab er
zur Antwort: es dürfe keiner, der mit dem Kaiser gesprochen,
traurig hinweggehen. Als ihm einmal bei Tafel einfiel, daß
er an dem ganzen Tag niemand eine Gnade erwiesen habe, tat er
jenen denkwürdigen und mit Recht gepriesenen Ausruf- Freunde,
dieser Tag ist für mich verloren.
(Sueton, Titus
Flavius Vespasianus, 1, 3, 8)
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