Bertel
Thorwaldsen war der Hauptmeister des Klassizismus, Schüler
von Nicolai Abildgaard (1742 - 1809), 1797 - 1838 in Rom und
dann in Kopenhagen tätig und neben Antonio Canova (1757
- 1822) der größte Bildhauer seiner Zeit.
Beiden
schwebte als Stilideal vor, die Skulptur den ästhetischen
Gesetzen der Antike, wie etwa Winckelmann sie auffaßte,
zu unterwerfen. Doch während Canova von der sinnenreichen
Rokokokunst herkam, war Thorwaldsen vom bürgerlich-romantischen
Sehnsuchtsbild der Antike erfüllt, ein ethisch-ästhetisches
Vollkommenheitsideal, welches sich vor allem in der Umrißlinie
ausspricht.
Der
Hauptanreger Thorwaldsen's war Asmus Jacob Carstens (1754 -
1798). Sein Interesse galt vor allem der feinen und zarten Relieflinie,
auch seine Freiplastik war reliefmäßig konzipiert.
Thorwaldsen traf mit seiner Kunst durchaus den Geschmack seiner
Zeit und wurde als größter Meister seiner Epoche
anerkannt. Sein Einfluß war überaus groß.
Von
fast allen Werken wurden mehrere Exemplare hergestellt und zahlreiche
Gehilfen mussten an der Ausführung mithelfen. Noch
zu seinen Lebzeiten begann Bindesböll 1837 mit dem Bau
des Thorwaldsen Museums in Kopenhagen das heute über 120
Originale und sämtliche anderen Werke in Nachbildungen
beherbergt.
Hauptwerke:
1805 Fries des Alexanderzuges, 1814-15 "Der Tag" und
"Die Nacht" als Rundbilder, und nach 1800 die Gruppe
der drei Grazien.
Feinste
Handausformungen nach altem Modell, in einer traditionellen
Gipsrezeptur aus Gesso, Scagliola und Alabaster. Ausführung
in klassischem Weiss und geschwärzt möglich.
( verschiedene Durchmesser: ca. 15 cm bzw. 70 cm)
| Der
Frühling:
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Diese
wunderschöne Ausformung entwarf Berthel Thorwaldsen während
seines Romaufenthaltes 1807, als er sich vor allem zu Beginn
mit den Entwürfen und Abgüssen von Allegorien beschäftigte,
welche auch schon in der Antike eine große Verbreitung
fanden.
Fein
reduzierte er ganz im klassischen Sinne die Attribute, vermied
Überfüllung und stellte das Wesentliche in den Vordergrund.
Zum
Sinnbild des Frühlings gehören in dieser Komposition
neben den üppigen Blumengirlanden und Festons, auch die
Darstellung der beiden Knaben, wohl im Frühling ihres Lebens.
Mittig angeordnet dann eine junge Frau. Zwischen den beiden
Kindern und Gaben scheint sie auszuwählen, doch möchte
sie uns mit Ihrem nur leicht verhüllten Körper, ganz
in der Manier der klassichen Antike, auch zeigen dass sie sich
im Frühling ihres Lebens befindet, makellos und voller
Erwartung des Lebens.
Ihn,
wie auch uns heute noch, begeisterten die Darstellungen nicht
nur wegen des darstellerischen Gehaltes, sondern vor allem wegen
der Möglichkeit, gerade in der doch "prüden"
Zeit des Anf. 19. Jhdts., sinnbildlich Botschaften zu übermitteln.
| Der
Sommer: |
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Ich
denke, dass der Sommer das biblische "Buch Ruth" abbildet
(eigenes Buch, im Inhaltsverzeichnis zu finden), die Freundschaftsgeschichte
der verwitweten Ruth zu ihrer Schwiegermutter Naomi ("Die
Liebliche"), die für sich den Namen "Mara (Die
Bittere) aber passsender findet. ("Wo du hingehst, da will
ich auch hingehen" - das ist ganz witzig, wenn das dann
ausgerechnet bei Hochzeiten als Spruch kommt!). Die zwei klabustern
dann aus, wie "Frau" sich den reichen Bauern angelt
(der allerdings eh familiäre soziale Pflichten Ruth gegenüber
hat) mit Verführung auf der Tenne... Wurde symbolisch-mythologisch
schon immer seit Judentum mit Ernte/ Sommer verbunden...
Diese
wunderschöne Ausformung entwarf Berthel Thorwaldsen während
seines Romaufenthaltes, als er sich vor allem zu Beginn mit
den Entwürfen und Abgüssen von Allegorien beschäftigte,
welche auch schon in der Antike eine große Verbreitung
fanden.
| Der
Herbst: |
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In
diesem Rundbild, das durch seine besondere Feinteiligkeit besticht,
stellt Thorwaldsen ein zufriedenes Paar dar, dass sich nun im
Herbst beginnt auszuruhen, wohl auch als Alegorie zum Herbst
des Lebens. Das Kind an Mutters Brust strahlt Ruhe aus, der
Mann ist zufrieden mit der Ausbeute seiner Jagd und der getanen
Arbeit und sogar der Hund scheint freundlich schnüffelnd
in diese Szene zu passen.
Eingerahmt
wird die Szenerie mit Weinlaub und Weinranken, welche seit jeher
nicht nur ein Symbol für die vergehende Zeit sind, sondern
auch als bachantisches Symbol für Ausgelassenheit, Lust
und Vergnügen verwendet wurden.
Fein
reduzierte er ganz im klassischen Sinne die Attribute, vermied
Überfüllung und stellte das Wesentliche in den Vordergrund.