Die 4 Jahreszeiten

von Berthel Thorwaldsen 1770 - 1844

Bertel Thorwaldsen war der Hauptmeister des Klassizismus, Schüler von Nicolai Abildgaard (1742 - 1809), 1797 - 1838 in Rom und dann in Kopenhagen tätig und neben Antonio Canova (1757 - 1822) der größte Bildhauer seiner Zeit.

Beiden schwebte als Stilideal vor, die Skulptur den ästhetischen Gesetzen der Antike, wie etwa Winckelmann sie auffaßte, zu unterwerfen. Doch während Canova von der sinnenreichen Rokokokunst herkam, war Thorwaldsen vom bürgerlich-romantischen Sehnsuchtsbild der Antike erfüllt, ein ethisch-ästhetisches Vollkommenheitsideal, welches sich vor allem in der Umrißlinie ausspricht.

Der Hauptanreger Thorwaldsen's war Asmus Jacob Carstens (1754 - 1798). Sein Interesse galt vor allem der feinen und zarten Relieflinie, auch seine Freiplastik war reliefmäßig konzipiert. Thorwaldsen traf mit seiner Kunst durchaus den Geschmack seiner Zeit und wurde als größter Meister seiner Epoche anerkannt. Sein Einfluß war überaus groß.

Von fast allen Werken wurden mehrere Exemplare hergestellt und zahlreiche Gehilfen mussten an der Ausführung mithelfen. Noch zu seinen Lebzeiten begann Bindesböll 1837 mit dem Bau des Thorwaldsen Museums in Kopenhagen das heute über 120 Originale und sämtliche anderen Werke in Nachbildungen beherbergt.

Hauptwerke: 1805 Fries des Alexanderzuges, 1814-15 "Der Tag" und "Die Nacht" als Rundbilder, und nach 1800 die Gruppe der drei Grazien.

Feinste Handausformungen nach altem Modell, in einer traditionellen Gipsrezeptur aus Gesso, Scagliola und Alabaster. Ausführung in klassischem Weiss und geschwärzt möglich.

( verschiedene Durchmesser: ca. 15 cm bzw. 70 cm)

Der Frühling:

Diese wunderschöne Ausformung entwarf Berthel Thorwaldsen während seines Romaufenthaltes 1807, als er sich vor allem zu Beginn mit den Entwürfen und Abgüssen von Allegorien beschäftigte, welche auch schon in der Antike eine große Verbreitung fanden.

Fein reduzierte er ganz im klassischen Sinne die Attribute, vermied Überfüllung und stellte das Wesentliche in den Vordergrund.

Zum Sinnbild des Frühlings gehören in dieser Komposition neben den üppigen Blumengirlanden und Festons, auch die Darstellung der beiden Knaben, wohl im Frühling ihres Lebens. Mittig angeordnet dann eine junge Frau. Zwischen den beiden Kindern und Gaben scheint sie auszuwählen, doch möchte sie uns mit Ihrem nur leicht verhüllten Körper, ganz in der Manier der klassichen Antike, auch zeigen dass sie sich im Frühling ihres Lebens befindet, makellos und voller Erwartung des Lebens.

Ihn, wie auch uns heute noch, begeisterten die Darstellungen nicht nur wegen des darstellerischen Gehaltes, sondern vor allem wegen der Möglichkeit, gerade in der doch "prüden" Zeit des Anf. 19. Jhdts., sinnbildlich Botschaften zu übermitteln.

Der Sommer:

Ich denke, dass der Sommer das biblische "Buch Ruth" abbildet (eigenes Buch, im Inhaltsverzeichnis zu finden), die Freundschaftsgeschichte der verwitweten Ruth zu ihrer Schwiegermutter Naomi ("Die Liebliche"), die für sich den Namen "Mara (Die Bittere) aber passsender findet. ("Wo du hingehst, da will ich auch hingehen" - das ist ganz witzig, wenn das dann ausgerechnet bei Hochzeiten als Spruch kommt!). Die zwei klabustern dann aus, wie "Frau" sich den reichen Bauern angelt (der allerdings eh familiäre soziale Pflichten Ruth gegenüber hat) mit Verführung auf der Tenne... Wurde symbolisch-mythologisch schon immer seit Judentum mit Ernte/ Sommer verbunden...

Diese wunderschöne Ausformung entwarf Berthel Thorwaldsen während seines Romaufenthaltes, als er sich vor allem zu Beginn mit den Entwürfen und Abgüssen von Allegorien beschäftigte, welche auch schon in der Antike eine große Verbreitung fanden.

Der Herbst:

In diesem Rundbild, das durch seine besondere Feinteiligkeit besticht, stellt Thorwaldsen ein zufriedenes Paar dar, dass sich nun im Herbst beginnt auszuruhen, wohl auch als Alegorie zum Herbst des Lebens. Das Kind an Mutters Brust strahlt Ruhe aus, der Mann ist zufrieden mit der Ausbeute seiner Jagd und der getanen Arbeit und sogar der Hund scheint freundlich schnüffelnd in diese Szene zu passen.

Eingerahmt wird die Szenerie mit Weinlaub und Weinranken, welche seit jeher nicht nur ein Symbol für die vergehende Zeit sind, sondern auch als bachantisches Symbol für Ausgelassenheit, Lust und Vergnügen verwendet wurden.

Fein reduzierte er ganz im klassischen Sinne die Attribute, vermied Überfüllung und stellte das Wesentliche in den Vordergrund.

 

 

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